Wenn es Abend wird

Gedanken zum Sonntag 24. April von Pfarrerin Ines Fetzer

Fetzer2021

Manche Menschen lieben den Abend. Feierabend - endlich Ruhe oder Zeit für Freunde und Feiern. Andere fürchten sich vor der Nacht. In der Nacht sehen wir weniger klar.

Gefahren lauern in der Finsternis. Sehnsüchtig wird der Tag erwartet, wo Nächte in Luftschutzkellern verbracht werden oder auch im Krankenbett. Überall, wo Menschen schutzlos sind, ist die Nacht eine besonders gefährliche Zeit. Manchmal gilt das auch für unsere Gedanken, die nachts besonders quälen. In der Nacht brauchen wir Schutz und Beistand.

Die Jünger auf dem Weg nach Emmaus hatten einen Begleiter gefunden, der sie an einem trostlosen Tag unterstützt hatte. Sie hatten ihm von ihrem Verlust erzählt. Jesus ist tot, so glaubten sie, und rätselten über das leere Grab, das man gefunden hatte. Als es Abend wurde, baten sie ihren Begleiter "Herr bleibe bei uns, denn es will Abend werden und der Tag hat sich geneiget". Er blieb, kehrte mit ihnen ein und teilte das Brot. Und da verstanden sie. Jesus hatte sie nicht allein gelassen.

"Ich bin ja da," Tröstende Worte für die Jünger. Tröstende Worte für die Welt. Gott ist da, wenn es dunkel wird, am Abend des Tages, am Abend des Lebens, am Abend der Welt.