Beten setzt in Bewegung

Gedanken zum Sonntag 3. April von Pfarrerin Ines Fetzer

Fetzer2021

Trauen wir dem Gebet noch etwas zu?  Beten bewirkt nichts, sagen Menschen mit Blick auf den Krieg in der Ukraine. Das hilft den Menschen dort auch nicht. Stimmt das?

Die Frauen des Weltgebetstagskomitees in der Ukraine sehen das anders. „In diesen dunklen Tagen, Schutz suchend vor den Bomben und Granaten, in Kellern und Bunkern geben eure Solidarität und eure Unterstützung uns Hoffnung“, schreiben sie.„Wir sind dankbar für eure Gebete, für die militärische und humanitäre Hilfe eurer Länder, für jede Person, die geflüchteten Menschen hilft oder sich an Anti-Kriegs-Demonstrationen beteiligt.“ 

Auch Jesus wurde gefragt wie das mit dem Beten ist, Er erzählt eine Geschichte  von einem Mann, der spät am Abend von seinem Nachbarn bedrängt wird, ihm mit brot auszuhelfen, weil er überraschend Besuch bekam. Der Mann, der schon im Bett lag, erhebt sich und öffnet und gibt sichtbar genervt, dem nachbarn das Brot. Wenn sich schon der genervte Nachbar erweichen lässt, so dass Fazit Jesu, wie viel mehr wird es Gott tun. „Bittet, so wird euch gegeben. Suchet, so werdet ihr finden. Klopft an, so wird euch aufgetan.“

Beten ist eine Bewegung. Es ist nicht so passiv, wie wir es uns manchmal vorstellen. Es braucht Energie, Nachdruck, Wiederholung. Aber dann kann Beten eine große Kraft entwickeln. Erst recht, wenn Menschen sich zum Beten zusammentun und sich gemeinsam im Gebet bergen. Dann entsteht eine Verbindung zwischen  den Menschen und zwischen Himmel und Erde.