Jetzt hilft beten

Gedanken zum Sonntag 6. März 2022 von Pfarrerin Ines Fetzer

Fetzer2021

Die schrecklichen Nachrichten aus der Ukraine machen Angst. Eigentlich fern von unserem Alltag ist der Krieg bedrohlich nahe gekommen. Die Gedanken kreisen.

Wie schaffen wir es zwischen berechtigter Sorge und unangemessener Panik zu unterscheiden? Wie können wir den Menschen, die betroffen sind, helfen? Wo können wir unsere Ohnmacht und unsere Wut loswerden? Und was passiert, wenn alte Erinnerungen aufbrechen? Wir haben so viele Fragen und nur wenige Antworten.

Der erste Schritt ist es, die Sorgen und Ängste auszusprechen. Davon sind sie zwar nicht weg, aber sie verlieren ihre Diffusität, die Magie des Unbekannten. Das, was wir aussprechen können, hat weniger Macht über uns.
Ein zweiter Schritt ist es, unsere Fragen und Sorgen teilen. Mancher denkt vielleicht, was soll das bringen, wenn wir zusammenkommen und doch nichts machen können? Doch es ist ein großer Unterschied, ob ich allein bleibe mit meiner Angst oder meine Fragen mit anderen teile. Wenn Tiere Angst haben, rücken sie zusammen, Kinder kuscheln mit ihren Eltern oder Geschwistern, Menschen reden miteinander – immer wieder. Geteilte Sorge trägt sich leichter.

Viele Menschen kommen in diesen Tagen zu Friedensgebeten und Mahnwachen zusammen. Das ist ein Zeichen des Mitgefühls mit den Menschen in der Ukraine, aber es ist auch ein Trost für uns alle. Unsere Sorgen können wir mit Gott teilen. Wir können versuchen, sie Gott zu überlassen, damit wir nicht mehr ständig an sie denken müssen. Beten heißt, die Sorgen Gott zu übergeben. In dem Bewusstsein „Gott kümmert sich auch“ sind Angst und Sorge zwar nicht einfach weg, aber sie sind bei Gott gut aufgehoben.

Friedensgebete