Willkommen im Leben

Gedanken zum Sonntag 16.1.2022 von Pfarrerin Ines Fetzer

Fetzer2021

"Ritual für das Leben" lautet das Motto für den Abschluss der Reihe "jüdisch-beziehungsweise-chrlstlich - näher als du denkst". Wenn ein Kind geboren wird, dann wird es in unterschiedlicher Weise begrüßt.

Häufig verschicken die Eltern Bilder und Karten mit Namen, Geburtsdatum, Größe und Gewicht. Familie, Freunde und Bekannte gratulieren, bringen Geschenke oder bieten ihre Hilfe an. Babypartys werden gefeiert. Ein neues Leben ist ein Grund zur Freude.

Ein Kind weckt Hoffnungen. Das Leben geht weiter. Der Blick wird in die Zukunft gelenkt. Da ist vieles offen. Was wird mal werden aus dem Kind? Wie können wir es schützen und begleiten auf seinem Weg? Wo findet es Halt und Zuflucht? Diese Fragen vermutlich sind so alt wie die Menschheit selbst. Eltern und Verwandte können die Kinder nur begrenzt schützen und nicht vor den Schwierigkeiten des Lebens bewahren. In dieser Unsicherheit ist es gut, nicht allein zu sein. Darum sind Verwandte und Freunde in dieser Situation wichtig, aber Glaubensgemeinschaften, die Halt und Orientierung geben. "Du bist nicht allein, du gehörst zur Familie Gottes," Rituale für das Leben vermitteln das.

In den christlichen Kirchen ist dieses Ritual die Taufe. Die Kinder werden hineingenommen in die große Gemeinschaft und mit Wasser auf den Namen Gottes getauft, als Zeichen der Verbundenheit mit Gott. Auch die Juden haben ein solches Ritual. Für Jungen ist es die Beschneidung, für Mädchen sind es Segensworte aus der Bibel. Auch dieses Ritual drückt Verbundenheit aus: "Du gehörst zum Volk Gottes," sagt es. "Du trittst ein in den Bund, den Gott einst mit Abraham geschlossen hat." Wie bei der Taufe wird der Name des Kindes genannt und ein Segen für das Kind gesprochen. Und dann wird wenn möglich, miteinander gefeiert, egal ob jüdisch oder christlich. Ein Kind ist dafür immer ein Grund. Willkommen im Leben!