Was wäre wenn?

Gedanken zum Sonntag, 18. September von Vikarin Theresa Fischer

TheresaFischer

Es ist Hit from Heaven Sonntag. Ein Sonntag, an dem ein Popsong im Mittelpunkt des Gottesdienstes steht. Dieses Jahr ist es „one of us“ von Joas Osborne. In dem kurzen übersetzten Textabschnitt stecken viele Fragen z.B. „Was wäre, wenn Gott einer von uns wäre?“ und „Was würdest du ihn fragen, wenn du nur eine Frage stellen könntest?“

Wenn Gott einen Namen hätte, wie würde er heißen?
Und würdest du ihn mit seinem Namen ansprechen,
Wenn du ihm gegenüberstehen würdest in all seiner Herrlichkeit?
Was würdest du ihn fragen, wenn du nur eine Frage stellen könntest?
Was wäre, wenn Gott einer von uns wäre?
Nur so ein Lümmel, wie einer von uns?
Nur so ein Fremder im Bus,
Der nach Hause kommen will?

Wenn Gott ein Gesicht hätte, wie würde es aussehen?
Und würdest du es sehen wollen,
Wenn das heißen würde, dass du glauben müsstest,
An Dinge wie den Himmel, Jesus, die Heiligen
Und an all die Propheten?

Eine solch ungewöhnliche Begegnung könnte unser Leben verändern. Wir würden die Welt mit anderen Augen betrachten und vor allem die Menschen in unserer Umgebung.

Die Menschen, die uns im Leben begegnen und mit denen wir unser Leben teilen, sind nicht der personifizierte Gott. Aber indem sie uns zum Nächsten oder zur Nächsten werden bzw. in der Begegnung mit ihnen kann sich in uns etwas auftun. Ein Gefühl von Nähe und Vertrautheit kann entstehen, so dass wir (später) sagen: In dieser Begegnung haben wir Gott gespürt.

Diese Nähe, über die Joan Osborne singt, die Nähe zwischen Gott und Mensch, im überhitzten Fernbus, die hält nicht lange an: im Angesicht von Gottes Herrlichkeit scheint sie zu entdecken, dass die Begegnung nicht folgenlos bleiben kann: sie begreift, dass Gott existiert; dass Gott anwesend ist, in unserer Welt und in unserem Leben.

In der Bibel gibt es eine Geschichte, in der Mose nach dem Namen Gottes fragt. In der Geschichte offenbart sich Gott am brennenden Dornbusch und Gottes Antwort lautet: „Ich bin da“ – Gott ist die / der Ich-bin-da für dich. Und Gott ist auf ganz vielfältige Weise da. Er begegnet uns vielleicht manchmal in dem Penner, der im Bus sitzt; in Menschen, an der Supermarktkasse… Er begegnet uns eben ganz anders, als wir gedacht hätten. Halten Sie die Augen offen, Gott begegnet Ihnen auf eine ganz eigene und besondere Weise.