Vertraut den neuen Wegen

Gedanken zum Sonntag, 3. Juli von Pfarrerin Ines Fetzer

Fetzer2021

Bald jährt sich die Flutkatastrophe im Aartal. Katastrophennachrichten gibt es auch in diesem Jahr genug: Dürre, Krieg, Inflation und wieder Coronawellen. Wo finden wir Schutz? Was gibt uns Halt?

Die biblische Geschichte von der großen Flut hat ein gutes Ende genommen. Noah und die Tieren überlebten gut geschützt in der Arche. Doch ein dauerhafter Lebensraum war die Arche nicht. Irgendwann hieß sich aufzumachen und es neu zu versuchen auf der Erde mit allen Tücken, die das mit sich bringt, wenn Menschen sich daran versuchen. Immerhin begleitet uns Gottes Versprechen: "Solange die Erde steht soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht!" Der Regenbogen erinnert seitdem daran.

Jahrtausende später nahm Klaus-Peter Hertzsch die Geschichte auf und dichtete mitten in den Wirren des Jahres 1989 ein Lied, das Mut macht, es trotz allem immer wieder neu zu wagen - mit dem Leben und mit Gott:

Vertraut den neuen Wegen,
auf die der Herr uns weist,
weil Leben heißt: sich regen,
weil Leben wandern heißt.
Seit leuchtend Gottes Bogen
am hohen Himmel stand,
sind Menschen ausgezogen
in das gelobte Land.

2. Vertraut den neuen Wegen
und wandert in die Zeit!
Gott will, dass ihr ein Segen
für seine Erde seid.
Der uns in frühen Zeiten
das Leben eingehaucht,
der wird uns dahin leiten,
wo er uns will und braucht.

3. Vertraut den neuen Wegen,
auf die uns Gott gesandt!
Er selbst kommt uns entgegen.
Die Zukunft ist sein Land.
Wer aufbricht, der kann hoffen
in Zeit und Ewigkeit.
Die Tore stehen offen.
Das Land ist hell und weit.

(Evangelisches Gesangbuch 395)