Solidarität mit der Ukraine / Frieden in Osteuropa

Mahnwachen am Käthe-Jonas-Platz

Mahnwache

Gemeinsam mit Maintaler Politikern rief die Evangelische Kirchengemeinde am 22. und 25. Februar 2022 zu einer Mahnwache in Solidarität mit den Menschen in der Ukraine und für einen nachhaltigen Frieden in Osteuropa auf dem Käthe-Jonas-Platz auf, bei dem Erklärungen verlesen und Friedensgebete gesprochen wurden. 

Friedensgebet von Pfarrerin Ines Fetzer:

Die Hoffnung auf Frieden verbindet die Menschen aus aller Herren Ländern und allen Religionen. Stellvertretend für alle, die in ein Gebet um Frieden einstimmen können, bitte ich
um Frieden in der Ukraine
um Frieden in Russland
um Frieden in Europa
um Frieden in der Welt.
Ich bitte um Schutz für die Menschen in Gefahr, um Weitsicht und gute Strategien, um Vernunft, Geduld und Geschick, damit Frieden einkehrt.
Selig sind die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen. Amen.

Text der Erklärung vom 25.2.:

Der Krieg ist zurück in Europa!
Europa und die Welt sind gestern in einem undenkbaren, aber über Nacht wahr gewordenen Alptraum eines Krieges auf dem europäischen Kontinent aufgewacht. Das Handeln Russlands ist nicht mehr in Stille und hoffnungsvoller Erwartung an die Vernunft hinzunehmen. Unser Entsetzen über die Invasion in die Ukraine drücken wir klar und deutlich aus.

Der Angriff der russischen Armee auf die Ukraine ist auch ein Angriff auf die Friedensordnung in Europa und die Demokratie. Er bedroht unsere Werte und unser Zusammenleben. Wir stellen uns solidarisch an die Seite der Ukrainer*innen, die ohne eigenes Verschulden Gewalt, Leid und Krieg ausgesetzt sind. Diesen eklatanten Bruch des Völkerrechts verurteilen wir, er ist durch nichts zu rechtfertigen.

Gemeinsam setzen wir ein sichtbares Zeichen der Solidarität und der Geschlossenheit. Für unsere europäischen, demokratischen Werte und für unsere Freund*innen in der Ukraine sowie alle Menschen, die sich schweren Herzens dazu entschlossen haben (oder werden), ihr Land zu verlassen und sich in Sicherheit zu retten - womöglich nach Europa, nach Deutschland und auch nach Maintal!

Text der Erklärung vom 22.2.: 

Putin, die Regierung Rußlands und das russische Militär haben gestern mit der Anerkennung der so genannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk und mit der Ankündigung, offiziell russische Truppen in diese Gebiete der Ostukraine zu entsenden, eine weitere Eskalationsstufe in dem seit 2014 andauernden Konflikt ausgelöst. Das macht uns wütend und traurig und zwingt uns Europäer*innen zu einer starken politischen Reaktion. Auch wenn niemand westlich von Putin sich eine weitere militärische Eskalation wünscht, brauchen wir eine starke politische und wirtschaftliche Antwort.
Die russische Drohung ist eine Herausforderung für die Demokratie und unser freies Gesellschaftsmodell ist. Die Ukrainer*innen kämpfen dafür ein selbstbestimmter demokratischer Staat zu sein, frei von russischen Einflüssen, und viele Ukrainer*innen schauen dabei auf die Länder der Europäischen Union als Modell, in dem die Rechte jeder*s Einzelnen garantiert sind. Putin und andere autokratische Machthaber sehen dieses Modell als Bedrohung ihrer persönlichen Macht und versuchen deshalb seine Ausweitung mit Gewalt zu verhindern. Dem stellen wir uns entgegen.