Berührungen

Gedanken zum Sonntag 29.3.2020 (Judika) von Vikarin Theresa Fischer

TheresaFischer

Berührung ist körperlicher Kontakt mit den Menschen in unserer Nähe. Sei es ein Handschlag, eine Umarmung, ein Schulterklopfen, ein High-Five oder ähnliches. Auf all das und noch viel mehr müssen wir im Moment verzichten. Wir stellen unseren Alltag um. Wir versuchen so gut wie möglich mit der Situation klar zu kommen.

So vieles war selbstverständlich, was uns jetzt fehlt. Da hilft es auch wenig, wenn Sozialforscher die positiven Folgen dieser Virus-Pandemie ankündigen. Denn gerade jetzt, in diesem Moment ist es einfach schwer zu verarbeiten und zu ertragen. Manche haben Angst um ihre Existenz. Manche sind einsam und fühlen sich allein gelassen. Manche sind traurig und frustriert, weil Veranstaltungen verschoben oder gar abgesagt werden. Wieder andere wissen gar nicht wohin vor Arbeit: sie packen Kartons aus, sie füllen Regale auf, nehmen Abstriche um Menschen zu testen und rotieren von morgens bis abends.

Und gerade jetzt sind wir dazu angehalten unsere Kontakte zu anderen Menschen so weit es geht zu minimieren. Wo wir doch ein Ohr zum Zuhören oder eine Schulter zum Anlehnen so dringend brauchen.

Wie ist es zu schaffen, dass man sich in solchen Zeiten berührt oder berühren lässt? In Zeiten, wo die Bundesregierung einen Mindestabstand von zwei Metern zwischen Menschen verlangt und ein Kontaktverbot verhängt?

Es gibt einen Unterschied zwischen berühren und anfassen. Ein körperliches Anfassen kann binnen weniger Sekunden geschehen und keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Eine Berührung allerdings, die von Herzen kommt ist etwas ganz anderes. Diese Berührungen bleiben uns in Erinnerung. Wie denken darüber nach, was da geschehen ist und was die Berührung mit uns gemacht hat. Eine Berührung verändert uns. Eine Berührung kann uns auf ganz andere Weise erreichen als ein bloßes anfassen. Eine Berührung, die von Herzen kommt, muss nicht körperlich geschehen.

Im Moment berühren uns sehr viele Dinge: die täglichen Zahlen der Nachrichten, die Lage in Italien, die Bilder leerer Städte – das hätten wir uns vermutlich so nicht träumen lassen.

Jesus hat mit seinen Worten viele Menschen berührt und dabei die wenigsten körperlich angefasst. Jesus erreicht die Menschen egal wo und wann. Er erreicht sie noch heute – über zweitausend Jahre später.

Ein paar dieser Worte möchte ich Ihnen in dieser schweren Zeit an die Hand geben. Jesus hat gesagt: „Siehe ich bin bei euch, alle Tage bis ans Ende der Welt“, so steht es bei Matthäus. Das Ende der Welt - so kann es einem vorkommen, wenn wir die Bilder leerer Städte sehen und uns fragen, wie lange wir Familie und Freunde nur via Chat oder auf Distanz sehen können. Aber Jesu Zusage hat etwas Beruhigendes. Er sagt uns seinen Beistand zu. Wir sind nicht allein. Jesus ist bei uns. Er ist für uns da. Und er wird uns helfen diese schwere Zeit durchzustehen.

Vielleicht geben Sie den Worten Jesu die Chance Sie berühren zu lassen und Trost zu spenden. Und versuchen Sie – auch wenn es schwierig ist – den Menschen in Ihrem Umfeld eine Berührung durch Worte zu schenken.

Vikarin Theresa Fischer

Evangelische Kirchengemeinde Dörnigheim

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