Liebe Leserinnen und Leser,

September 2006, früh am Morgen. Iaşi, gesprochen: Jasch, eine Großstadt im Nordosten von Rumänien. Mehr als zwanzig Pfarrerinnen und Pfarrer aus dem Kirchenkreis Hanau waren auf Studienreise in Rumänien. Ein junges aufstrebendes Land, dachten sie, in ein paar Monaten Mitglied der Europäischen Union. Sie stiegen gerade in den Bus zum Flughafen. Es ging nach Hause. Da bewegte sich auf der Straße neben dem Bus wie von Geisterhand ein schweres Gitter, erst hoch, dann langsam zur Seite. Es gab einen Schacht frei. Ein Junge von vielleicht elf, zwölf Jahren kletterte heraus. Nachts schlief er in den Gängen unter der Straße. Dort lief die Fernwärme und machte es ihm warm. Dreizehn Jahre sind seitdem vergangen. Was wohl aus dem Jungen geworden ist?

Immer noch ist die Not in Osteuropa groß. Vor allem für diejenigen, die auf Hilfe angewiesen sind: Kinder, Menschen mit Behinderung, alte und kranke Menschen, Frauen, die ihre Kinder allein großziehen. Das soziale System ist noch in den Anfängen. Kirchengemeinden in Osteuropa nehmen die Not wahr. Sie ergreifen Initiative. In Rumänien damals öffneten sie Suppenküchen und Apotheken. Kranke wurden beraten und bekamen Medikamente, Spenden aus Deutschland oder anderen Ländern.

„Hoffnung für Osteuropa” – so heißt eine Aktion der Evangelischen Kirche in Deutschland. Seit 27 Jahren unterstützt sie über Partnerorganisationen in Bulgarien, Polen, Weißrussland und anderen Ländern Osteuropas Initiativen vor Ort. Über die Grenzen hinweg soll Gemeinschaft wachsen. Menschen wird geholfen, damit sie sich selber helfen können – ob sie nun orthodox, katholisch, evangelisch oder Muslime sind.

Am 1. März wird die Aktion „Hoffnung für Osteuropa 2020” der beiden Landeskirchen in Hessen bei uns in Dörnigheim eröffnet. Nach einem Gottesdienst im Evangelischen Gemeindezentrum, in dem unsere Bischöfin, Frau Prof. Dr. Beate Hofmann, predigen wird, sind alle zu einem Empfang eingeladen. Am Rande des Empfangs stellen sich verschiedene Initiativen vor. Auch Perichoresis, das Hilfswerk der Evangelischen Griechischen Kirche von Katerini für die vielen Flüchtlinge dort, wird sich vorstellen.

Ihr Pfarrer Dr. Martin Streck

 

 

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