Türen öffnen

Ich liebe die Alte Kirche. Gerne komme ich hierher, um zu beten. Der Ort, in dem schon so unendlich viele Menschen durch all die Zeiten ihre Gebete an Gott gerichtet haben, hat für mich eine ganz besondere Aura. Hier fühle ich mich aufgehoben.

Ich habe mich nicht bewusst für das Christentum und hier speziell für die evangelische Religionsangehörigkeit entschieden, sondern ich bin hineingeboren worden. Das Dorf, in dem ich geboren und aufgewachsen bin, ist durch und durch evangelisch. Meine Mutter hat mir den evangelischen Glauben vorgelebt, so dass sich mir die Frage nie stellte, welcher Religion ich folgen möchte oder überhaupt glauben kann. Das macht es für mich sehr leicht, jetzt im Erwachsenenalter meinen Gauben zu vertreten und zu leben, egal wo ich bin. Er gibt mir Kraft überall und jederzeit.

Aber ich habe gut reden, dies wurde noch nie ernsthaft auf die Probe gestellt. Mein Glück. Andere haben es da nicht so einfach, und ich bewundere die Menschen, die ich hier in den Flüchtlingsunterkünften kennenlerne und die vieles auf sich nehmen und so viel mutiger sein müssen als ich, um zu ihrem Glauben zu stehen, ob in ihrem Herkunftsland oder auch hier.

An der evangelischen Gemeinde in Dörnigheim schätze ich deshalb sehr, dass sie auch für Nichtchristen da ist und diese mit ihrem Weg an Gott zu glauben, respektiert. Die vielen, vielen Angebote tragen zu einem gelingenden Nebeneinander von Nationen und Religionen, von Jung und Alt, in unserem Stadtteil, in unserer evangelischen Gemeinde bei. Sie bietet die Möglichkeit, sich selbst einzubringen und anderen von eigenen Fähigkeiten profitieren zu lassen. Der Gemeinde wünsche ich, dass sie sich diese Offenheit bewahren kann.

Silvia Schiemann

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