Miteinander auf der Suche - Gemeinschaft für alle Altersgruppen

Wenn ich an die Phrase „Evangelisch in Dörnigheim“ denke, fallen mir zunächst Begriffe wie Gemeinschaft, Engagement und auch unzählige Projekte ein, die unsere Kirchengemeinde jedes Jahr anbietet. Projekte, die einladen miteinander seinen eigenen Glaubensweg zu suchen, gemeinsam über Themen ins Gespräch zu kommen, für die im Alltag oft keine Zeit ist oder gemeinsam zu musizieren. Erst in den letzten Jahren ist mir persönlich Bewusst geworden, wie Vielfältig unsere Kirchengemeinde arbeitet. Von dem kirchlichen Kindergarten, über die Arche, das JUZ, den Konfirmationsunterricht bishin zur Hobbytek und den regelmäßigen Besuchen der Pfarrer im Kleeblatt, für alle Altersklassen ist etwas dabei. Doch Gemeinschaft entsteht auch dort, wo Menschen gemeinsam Gottesdienst feiern, ob dies liturgisch mit Orgel, Glockengeläut und Psalmen, oder eben Gottesdienst im Herzen ist und die Menschen durch Handlungen und Gedanken Gottes Güte feiern und mit Diakoniearbeit wortwörtlich Dienst an Gott richten, spielt keine Rolle. Und unsere Gemeinde umfasst beide „Arten“ von Gottesdienst. Mir fällt bei diesem Gedanken das Lied „Wo zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind, da bin ich mitten unter ihnen“ ein. Indem wir unseren Glauben teilen, stären wir ihn und Gott ist dabei mitten unter uns und hilft dabei. Ein Ereignis beschreibt meiner Meinung nach ziemlich gut das Zusammenleben unserer Glaubensgemeinschaft. Es ist Ostern 2014, das KiGo Team unserer Gemeinde hat für den Ostermontag einen Familiengottesdienst vorbereitet, mit Geschichten, interaktiven Aktionen für die Kinder und unser „Hauptprojekt“, gemeinsam ein Blumenkreuz zu stecken. Es ist 9:45 Uhr langsam füllen sich die Bankreihen. Wir rechnen mit vielen jungen Familien, doch zu unserem Erstaunen betritt eine Gruppe von Senioren die Kirche. Es ist 10 Uhr, die Bankreihen sind gut gefüllt. Es sind ca. 8 Kinder da, dafür aber sehr viele ältere Menschen. Wir, das KiGo Team sind leicht verwundert, freuen uns aber über die strahlenden, erwartungsvollen Gesichter der Besucher. Wir beginnen den Gottesdienst wie geplant und die Zeit rennt. Es wird viel gelacht und gerade die älteren Leute freuen sich über die interaktiven Aktionen, die ja ursprünglich für die Kinder geplant waren. Besonders freuen sie sich, dass sie mit „ihrer“ Blume, die sie an das Kreuz stecken dürfen, Gott danken können und dies auch symbolisch. Und am Ende des Gottesdienstes steht im Altarraum ein wunderschönes Blumenkreuz. Jede Blume ist ein bisschen anders, auch wenn alle von der selben Sorte sind. Jede Blume wurde von einem anderen Gläubigen an das Kreuz gesteckt. Ob von Jung, oder von alt, alle Blumen bilden schlussendlich das „große Ganze“ in Form des Blumenkreuzes. Und so ist es auch mit unserer Gemeinde. Viele Verschiedene Menschen engagieren sich auf unterschiedliche Art in unterschiedlichen Bereichen, alle im Sinne des christlichen Glaubens, in der Nachfolge Christi. Und auch wenn die Aufgabenbereiche vielleicht unterschiedlicher nicht sein können, den Ursprung finden sie alle im Glauben an Gott und so ergibt alles zusammen das „große Ganze“, unsere Kirchengemeinde und die Glaubensgemeinschaft die dahintersteckt. So spiegelt dieses Blumenkreuz für mich unsere Gemeinde wieder, blühend und bunt, voller Ideen und Vielfältigkeit, den Glauben als Anker, als Ursprung. Und dies hat der Gottesdienst gezeigt und es waren weit mehr als zwei oder drei in seinem Namen zusammen, und an diesem Ostermontag, da war er wirklich unter uns.

Ich verbinde mit der Kirchengemeinde pauschal gesagt meine Kindheit/Jugend, denn ich besuchte schon in sehr jungen Jahren die Kinderkirche, ging in meiner Grundschulzeit in die Arche und nahm an der jährlichen Bibelwoche teil. Auch den Religionsunterricht während der Grundschulzeit verbinde ich mit unserer Gemeinde. Weiter ging es in der Konfizeit, die mich sehr prägte, ebenso meine Zeit im Projekt Start Up. Nach diesem wurde ich Teil im Kinderkirchen Team und auch bei der Bibelwoche bin ich seit langer Zeit als Teamer dabei. In unserer Kirchengemeinde ist man immer gemeinsam auf der Suche. In der Kinderkirche geht man auf die Suche nach einem Glaubensbild, was ist Glaube? wer ist Gott? Was macht Gott? Und durch biblische Geschichten werden eine Menge an Themen, wie Gerechtigkeit, Gemeinschaft etc. behandelt, die, im Alltag beachtet, die christlichen Werte aufzeigen. In der Grundschule geht es weiter auf der Suche nach seinem eigenen Glaubensweg und auch in der Arche und der Bibelwoche wird nach der eigenen Meinung, der eigenen Wahrnehmung zu bestimmten Themen gemeinsam „gesucht“. In der Konfirmationszeit wird diese Suche konkreter und tiefer. Durch die Konfistunden waren wir eigentlich stets gemeinsam auf der Suche nach dem richtigen Umgang mit der Bibel, ihrer Bedeutung und erstmals auf der Suche nach der Bedeutung von liturgischen Mitteln, wie dem Glaubensbekenntnis oder das Abendmahl. Nach dem ich konfirmiert wurde ging es im Projekt Start-Up weiter. Auf der Suche nach Möglichkeiten den Glauben weiterzugeben und selber einmal Jugendlichen bei der Suche zu helfen. Bei einer Suche jeglicher Art stößt man nicht sofort auf die passende, richtige Lösung. Manchmal findet man zunächst Steine, die einem im Weg liegen, Unklarheiten oder Wiedersprüche. Doch in all den Projekten/Einrichtungen unserer Gemeinde findet man Menschen, die gemeinsam die Steine aus dem Weg räumen, helfen den eigenen Glaubensweg zu finden. Und auch jetzt bin ich noch auf der Suche nach verschiedenen Antworten auf Glaubensfragen und die Gemeinde bietet Raum diese Suche gemeinsam anzugehen.

Ich Wünsche der Kirchengemeinde für die Zukunft, dass sie jener Raum bleibt, in dem alle Altersklassen eine Gemeinschaft finden, eine Gemeinschaft mit der sich gemeinsam suchen lässt.

Sophia Gerson

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